Fettexplosion in Dachgeschosswohnung – Rettungshbschrauber im Einsatz
Bewohner erlitt schwerste Verbrennungen – Lebensgefahr nicht ausgeschlossen
KREIS BORKEN – Gescher | pd | Am heutigen Nachmittag, gegen 14:35 Uhr, kam es nach bisherigen Erkenntnissen in einer Dachgeschosswohnung in Gescher zu einer Fettexplosion.
Dabei erlitt ein 45-jähriger Gescheraner schwerste Verbrennungen. Ein Rettungshubschrauber brachte den Verletzten in eine Spezialklinik nach Bochum. Lebensgefahr kann nicht ausgeschlossen werden. Die Feuerwehr konnte den Küchenbrand schnell löschen. Das Haus brauchte nicht geräumt werden und ist weiterhin bewohnbar.
Hinweis der Feuerwehr Borken
Durch unkontrollierte Erhitzung auf dem häuslichen Herd kann sich Fett durchaus über 200 Grad Celsius erhitzen. Wird die Energiezufuhr nicht unterbrochen, entzündet sich das Fett – es kommt zu Flammenbildung. Bei Löschversuchen mit Wasser verdampft dieses explosionsartig (Fettexplosion).
Mit dem Übergang des Wassers vom flüssigen Zustand in die Dampfphase erfolgt eine massive Volumenausdehnung, die dann heiße und brennende Fetteile mitreißt. Aus einem Liter Wasser können bei Löschversuchen rund 1.700 Liter Dampf entstehen. Somit wird die Verbrennungsoberfläche erheblich größer, was eine noch bessere Verbindung von brennbarem Stoff mit Sauerstoff ermöglicht und letztlich zu einer Stichflamme führt.
„Sollte es zu einem Zustand kommen, dass das Fett auf dem Herd zu stark erhitzt wurde und in Brand gerät, gilt es zunächst einmal, den Herd auszuschalten und so die Energiezufuhr sofort zu stoppen – sofern dies noch gefahrlos möglich ist. Anschließend mit einem Deckel den Topf od. die Pfanne abdecken. Es gilt, die entstandenen Flammen zu ersticken, keinesfalls aber mit Wasser zu löschen“, beschreibt Kai Sobbe (stellvertr. Leiter der Feuerwehr Borken) in einem Gespräch mit Burlo-Direkt.

Fettexplosion - Hier zu Anschauungszwecken vom Löschzug Weseke im Mai 2022 künstlich herbeigeführt - Foto: BD-Archiv / Stefan LokerHaushaltsübliche Decken eignen sich nicht dazu, die Flammen zu ersticken. Sie brennen sofort durch und begünstigen unter Umständen die rasche Ausbreitung der Flammen. Auch ein Einsatz von Feuerlöschern ist nur dann angesagt, wenn diese für den Einsatz bei Fettbränden zugelassen sind.

