Skurios Volleys – Starker Auftritt beim Tabellenführer
Team spielt mutig auf und geht dennoch ohne Punkte nach Hause
BORKEN | pd | Auch bei diesem Spiel gelingt es dem Borkener Team trotz mutigem und starkem Auftritt nicht, ein paar Punkte mit nach Hause zu nehmen. Diese Englische Woche hat es aus Sicht der Skurios Volleys in sich: Erst Wiesbaden, nun Stuttgart, am Samstag Schwerin. Doch am Dienstagabend verkauften sich die Skurios Volleys beim 3:0 (25:17, 25:21, 25:14) beim weiterhin ungeschlagenen Tabellenführer Allianz MTV Stuttgart richtig teuer. Vor 1.979 Zuschauerinnen und Zuschauern, so vielen wie noch nie zuvor in dieser Erstliga-Saison, präsentierten sie sich über weite Strecken konkurrenzfähig. Unter den Fans in der SCHARRena waren auch zahlreiche Anhänger aus Borken, die für hörbare Unterstützung sorgten und ihren Teil zu einer besonderen Atmosphäre beitrugen. Nur beim Gastspiel am Berg Fidel beim USC Münster lag der Zuspruch bislang knapp darunter.
Der lange Spieltag begann für die Skurios Volleys bereits am Dienstagvormittag. Gegen 9 Uhr machte sich das Team auf den Weg nach Stuttgart, wissend um die Herausforderung, die dort wartete. Nach Spielende und anschließender Rückfahrt erreichte der Borkener Bus die Kreisstadt erst in der Nacht, kurz nach 3 Uhr. Dazwischen lag ein Auftritt, der viele positive Ansätze offenbarte.
Drei Sätze sollte der Abend haben, und drei Mal gingen die Skurios Volleys zu Beginn mit 1:0 in Führung. Im ersten Satz eröffnete Doreen Luther die Partie mit einem Ass, bis zum 3:3 verlief der Auftakt auf Augenhöhe. Erst danach setzte sich Stuttgart mit einer starken Serie auf 9:3 ab. Die Gäste ließen sich davon nicht beeindrucken, verkürzten auf 9:6 und profitierten dabei auch von Stuttgarter Annahmeproblemen, was Trainer Konstantin Bitter früh zur Auszeit zwang. In dieser Phase überzeugten die Skurios Volleys mit guter Blockarbeit, mutigen Aktionen und einer längeren Rallye zum 15:12, leisteten sich wie auch die Gastgeberinnen jedoch einzelne unnötige Fehler. Dennoch baute der Favorit seinen Vorsprung wieder aus und entschied den ersten Satz nach 20 Minuten mit 25:17 für sich.
„Man hat von Anfang an gespürt, dass richtig gute Stimmung da war und wir mit Druck im Aufschlag ins Spiel gegangen sind“, sagte Trainerin Danuta Brinkmann später. Diese Haltung habe man bewusst mitgenommen, um es im Vergleich zum vorherigen Auftritt gegen den VC Wiesbaden besser zu machen. Ihre Mannschaft sei mit einer klaren Einstellung in das Spiel gegangen und habe diese über weite Strecken auch auf das Feld gebracht.
Auch der zweite Durchgang begann mit einem frühen Punkt für Borken, kurze Zeit später setzte sich Stuttgart leicht ab. Beim 9:5 nahm Danuta Brinkmann die erste Auszeit. Nach einem Annahmefehler der Gastgeberinnen verkürzten die Skurios Volleys auf 10:8, insgesamt zeigte sich der erste Kontakt in diesem Satz jedoch anfälliger. Hinzu kam Pech in einzelnen Aktionen, als Pia Mohr an die Antenne schlug oder ein Ball knapp im Aus landete. Stuttgart blieb vor allem bei schnellem Spiel nach vorne gefährlich, doch Borken hielt dagegen.
Lara Kretschmer setzte mit einer starken Aufschlagserie Akzente. Beim 18:15 griff Stuttgart zur Auszeit, wenig später stand es 19:19. Ein Ass von Liza Kastrup, sichtbare Verunsicherung beim Favoriten, ein Satz, der bis in die Crunchtime offen blieb. Danuta Brinkmann betonte später, dass ihr Team in dieser Phase „richtig gut mitgehalten und tolle Aktionen gemacht“ habe. Man habe sich nicht aufgegeben und gekämpft.
Eine Netzberührung brachte Stuttgart erneut in Führung. Beim Stand von 23:21 verlor Chaine Konjer nach einem Kopftreffer unter dem Netz ihre Kontaktlinse und musste anschließend zur weiteren Untersuchung ins Krankenhaus gebracht werden. Der Satz ging kurz darauf mit 25:21 an Stuttgart. Rückblickend bedauerte Danuta Brinkmann, dass dieser Moment den Rhythmus zusätzlich beeinflusst habe.
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Im dritten Satz fehlte den Skurios Volleys etwas die Puste, der Tabellenführer zog früh davon. Beim 6:2 reagierte Brinkmann mit einer Auszeit. Nach einem kurzen Aufbäumen und dem 10:6 schlichen sich erneut Unsicherheiten im ersten Kontakt ein, eine weitere Unterbrechung folgte beim 12:6. Spürbar war, dass nach der Verletzung von Chaine Konjer ein Stück Leichtigkeit fehlte und das Team dieser Moment beschäftigte. Stuttgart nutzte diese Phase konsequent, baute den Vorsprung kontinuierlich aus und verwandelte schließlich einen von insgesamt zehn Matchbällen zum 25:14. MVP der Partie wurden zwei Mittelblockerinnen geehrt: auf Stuttgarter Seite die belgische Spielerin Anna Koulberg, bei den Skurios Volleys erhielt Lara Kretschmer die Auszeichnung.
Trotz des klaren Endstands überwogen bei den Skurios Volleys die positiven Eindrücke. Die Mannschaft kämpfte bis zum Schluss, auch wenn in der Annahme etwas nachgelassen habe. Danuta Brinkmann zeigte sich mit der Einstellung ihres Teams zufrieden und erklärte, dass genau diese Herangehensweise der Maßstab sein müsse. Man wolle genauso in das nächste Spiel gehen und an diese Leistung anknüpfen. Es habe Spaß gemacht zuzuschauen, und nach der kurzen Durststrecke zu Jahresbeginn sei die Mannschaft wieder da. Mit diesem Gefühl, der Unterstützung vieler mitgereister Fans und einer Leistung, die Mut macht, endete eine lange Reise erst tief in der Nacht – eine Niederlage, die sich nicht wie eine anfühlte.
Quelle: Skurios Volleys – Thomas Hacker





