Junges Ensemble Mariengarden überzeugte mit dem Theaterstück „Die Welle“
Premiere vor ausverkauftem Haus
BURLO | bd | Die Mitglieder des „Jungen Ensembles Mariengarden“ hofften am vergangenen Wochenende, dass die vorausgegangenen, monatelang andauernden und durchaus anspruchsvollen Probenarbeiten unter der Leitung von Sascha Dücker, Früchte tragen würden. Üben der Bewegungsabläufe, Positionierung auf der Bühne, Gestik, Mimik und nicht zuletzt der sprachliche Ausdruck standen in unzähligen Übungs-Einheiten während der Freizeit und selbst in den Schulferien auf dem Programm. Am Freitagabend war es dann soweit: Der erste Vorhang vor ausverkauftem Haus im Forum Mariengarden öffnete sich zur Premiere des Theaterstücks „Die Welle“ nach einem Roman von Todd Strasser. Am Samstagabend folgte die zweite Veranstaltung vor rund 260 Besuchern.
Um es gleich vorwegzunehmen: Die langen Proben haben sich ausgezahlt – insofern konnten Darsteller und Darstellerinnen sowie alle Beteiligten hinter der Bühne die erhofften Früchte in Form lautstarker Ovationen aus dem Publikum ernten. Einmal mehr hatten die Nachwuchsschauspieler*innen des Burloer Ensembles ihr Publikum mit einer Darbietung auf professionellem Niveau begeistert.

Die Auswahl des Theaterstücks, das in den 1960er Jahren an einer kalifornischen Highschool spielt, passte inhaltlich ins aktuelle Zeitgeschehen. Obwohl viele Menschen hierzulande aufgrund der hohen Taktung negativ belegter Weltnachrichten mittlerweile mental abschalten, wenn es um politische Botschaften und teils kaum zu glaubender, politischer Inhalte geht, gingen die Pläne des „Jungen Ensembles“ auf. Ihre Absicht, die Botschaft ins Publikum transportierten, dass auch als stabil geltende, demokratische Systeme sehr schnell instabil werden können, wenn geltende Regeln zum Eigennutz relativiert werden, ging auf.





Zu Beginn des Bühnenstücks, das mit einer Gesangseinlage des Ensembles startete, gab es – für das Publikum vielleicht ein wenig überraschend, aber durchaus eindrucksvoll – einen Video-Einspieler, der Original-Sequenzen des Einmarsches der deutschen Wehrmacht in Polen im Jahr 1939 zeigte – unterlegt mit dem Originalton.
Im Anschluss konnte das Publikum dann miterleben, wie aus den bis dato ganz normalen Verhaltensweisen der Highschool-Jugend eine durch einfache Botschaften, starken Symbolen und emotionaler Sprache geprägte, komplett veränderte Klassengemeinschaft wurde. Die Thematik wurde von allen Beteiligten auf und hinter der Bühne so glaubwürdig und so professionell transportiert, dass das Publikum bis zum letzten Vorhang fasziniert dem Geschehen folgte.
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Einmal mehr wurde das „Junge Ensemble Mariengarden“ dem Anspruch gerecht, Theater für Schüler und Schülerinnen, Eltern und Freunde zu präsentieren und nicht „Schülertheater“ – wie es in der Begleitbroschüre zum Bühnenstück mit dem Hinweis beschrieben steht, dass dies ausdrücklich nicht despektierlich gemeint sei. In gleicher Broschüre beschreibt Regisseur Dücker in seiner Inhaltsangabe mit deutlichen Worten, was „Die Welle“ aufzeigen soll und bedient sich dort auch eines Statements von Hape Kerkeling, der zurecht sagte: „Es gibt keine in Teilen rechtsradikale Partei. Entweder ist sie es, oder sie ist es nicht.“ Insofern sind die Inhalte des Bühnenstücks, das von den Mitgliedern des „Jungen Ensembles“ selbst ausgewählt wurde, top aktuell. Die Botschaft „Wehret den Anfängen“ wurde deutlich – auch ohne den viel zitierten „erhobenen pädagogischen Zeigefinger“.
Highschool-Schüler werden Teil eines Experiments
„Die Welle“ beschreibt ein auf wahren Begebenheiten beruhendes Experiment eines US-Amerikanischen Lehrers einer Highschool aus dem Jahr 1967. Ausgelöst durch das Unverständnis eines Schülers zur Frage, welche Mechanismen die Hauptrolle dabei gespielt haben könnten, dass Millionen Menschen während des Nationalsozialismus den Ideologien Adolf Hitlers folgten, begann Lehrer Ron Jones sein Experiment. Wesentliche Elemente dabei waren Disziplin, Gemeinschaft und Gehorsam. In kurzer Zeit stellte der Initiator fest, dass sich sein Experiment immer schneller verselbstständigte und immer mehr Schülerinnen und Schüler zur „Welle“ gehören wollten. Erschrocken darüber, wie schnell sich autoritäres Denken entwickeln kann, brach er das Experiment ab und erklärte den Schülerinnen und Schülern, dass sie gerade selbst erlebt haben, wie leicht Menschen manipulierbar sind.
Besetzung

Am heutigen Sonntag gibt es noch eine weitere Vorstellung, beginnend um 18 Uhr, ebenfalls im Forum Mariengarden. Karten gibt es an der Abendkasse bei freier Platzwahl zum Preis von 7,00 €.



