Forum Mariengarden – Beim Vortrag des Seglers Martin Daldrup hielt das Publikum den Atem an
Bilder und Videos verdeutlichten die dramatischen Stunden vom Untergang seiner Yacht im Südatlantik bis zu seiner Rettung
BURLO | bd | Am Mittwochabend waren rund 150 Besucherinnen und Besucher aus nah und fern nach Burlo ins Forum Mariengarden gekommen, um den angekündigten Multimedia-Vortrag des Autors und Einhandseglers Martin Daldrup zu verfolgen. Der 62-Jährige berichtete nicht nur in einem Wortbeitrag vom Untergang seiner Yacht im Südatlantik, sondern hatte dazu auch Video- und Fotomaterial mitgebracht, das die Stunden von der Kollision seiner Yacht „Jambo“ mit einem unter der Wasseroberfläche treibenden Container bis zu seiner Rettung durch die Besatzung eines Frachtschiffes eindrucksvoll dokumentierte.
Während dieses Teils des Vortrages hielt das Publikum sprichwörtlich den Atem an, um keine Tonsequenz zu verpassen. Das Film- und Fotomaterial war bestens geeignet, um das Publikum in die Enge der Rettungsinsel mitzunehmen, in der Daldrup über 20 Stunden verbrachte, ohne Gewissheit darüber zu haben, ob er das Unglück überleben würde. War es tagsüber die tropische Hitze und das in die Rettungsinsel einbrechende Wasser, das dem Segler zu schaffen machte, musste er in der folgenden Nacht die Kälte und Nässe ertragen, bis er am Horizont die Suchscheinwerfer des rettenden Frachters erblickte. Bis zu diesem Zeitpunkt war der Schiffbrüchige bereits derart entkräftet, dass ihm das Ergreifen der rettenden Strickleiter kaum noch gelang. Von Bord des Frachters hatte ein Besatzungsmitglied die Bergung des Seglers gefilmt, so dass selbst die gefährliche Bergung aus der Rettungsinsel in bewegten Bildern festgehalten wurde.



Im zweiten Teil des Vortrages erfuhr das Publikum viele Details über die neue Yacht des Seglers, seinen jüngsten Törns über die Ozeane bis zu seiner Ankunft in Kapstadt, wo er die Yacht in einer Marina unterhalb des Tafelbergs festmachte und einige Wochen mit seiner Lebensgefährtin Anke Wirtgen verbrachte. Seine vorübergehende Aufenthaltszeit in seiner Heimatstadt Hamminkeln neigt sich jedoch bereits dem Ende entgegen. Noch in diesem Monat reist Daldrup zurück nach Südafrika, um Proviant an Bord zu nehmen um dann von dort nach Mauritius, auf die Seychellen und last, but not least, nach Australien zu segeln.

Auch diese vielen Seemeilen wird Daldrup wieder allein an Bord sein, was – so sagt er auf Nachfrage aus dem Publikum – eher eine Entlastung als Belastung sei. „Schließlich trägt man dann, wenn man allein auf den Weltmeeren unterwegs ist, die Verantwortung auch nur für sich selbst und muss sich nicht noch Sorgen um die Gesundheit der Besatzungsmitglieder machen. Dies hat sich zumindest beim Untergang meiner Yacht als sehr hilfreich erwiesen. Ich hatte binnen der wenigen Minuten, die mir verblieben, bis ich in die Rettungsinsel springen und die Seilverbindung zur untergehenden Yacht kappen musste, meinen Rettungsplan im Kopf und dass ich dieses Unglück überleben möchte“, beschreibt er sachlich und eindrucksvoll.


In der Pause der Veranstaltung sowie am Ende des Vortrages hatten die Gäste Gelegenheit, mit dem Abenteurer und seiner Lebensgefährtin ins Gespräch zu kommen und eines der Bücher zu erwerben – Signierung natürlich inklusive. Am Ende des spannenden Abends erhielt Martin Daldrup stehende Ovationen.
Ein weiterer, positiver Effekt der Veranstaltung: Aus dem Erlös des Events, das personell und mit viel Tatkraft von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums und Mitgliedern des We-for-India-Projekts unterstützt wurde, kann schon in Kürze ein vierstelliger Spendenbetrag an die Indienhilfe überreicht werden. Dazu wird nachberichtet.

