„Demokratie ist kein Zuschauersport“ – Ruprecht Polenz zu Besuch in Mariengarden
Schülerinnen und Schüler zum aktiven Eintreten für die Demokratie aufgerufen
BURLO | pd | „Man wird nicht als Demokratin oder als Demokrat geboren. Aber wenn man großes Glück hat, wird man in eine Demokratie geboren“ – so schreibt Ruprecht Polenz in seinem Buch Tu was! Kurze Anleitung zur Verteidigung der Demokratie. Der ehemalige Bundestagsabgeordnete und außenpolitische Experte engagiert sich seit vielen Jahren für politische Bildung und demokratische Partizipation. Neben seiner Tätigkeit als Schriftsteller ist der heute 79-jährige „Demokratie-Influencer“ in sozialen Netzwerken aktiv und hält Vorträge an Schulen, Volkshochschulen und anderen Bildungseinrichtungen.
Auf Einladung des Differenzierungskurses „Gesellschaftslehre“ besuchte Polenz am Mittwoch, 04.03.2026, das Gymnasium Mariengarden. Zuvor hatte sich der Kurs im Kontext der Unterrichtsreihe zum Thema „Extremismus und Rassismus“ mit dem Konzept der wehrhaften Demokratie auseinandergesetzt und dabei Auszüge aus dem Buch gelesen. Bei der Veranstaltung für Schülerinnen und Schüler der Stufen 9-Q1 hielt Ruprecht Polenz zunächst einen Impulsvortrag über sein Buch und die zugrunde liegende Motivation. Dabei betonte er unter anderem, wie wichtig es für eine Demokratie sei, sich in einer scheinbar unübersichtlichen Welt gut zu informieren. Dies sei keine Selbstverständlichkeit und müsse trainiert werden – auch mit Blick auf soziale Medien, bei denen Algorithmen bestehende Meinungen verstärkten und an negative Emotionen appellierten.
Anschließend stellte er sich den zuvor gesammelten Fragen der Schülerinnen und Schüler aus verschiedensten Bereichen. Neben den Gefahren von Extremismus und Rassismus kamen dabei unter anderem die Bedeutung der Demokratie im Vergleich zu autoritären Systemen sowie aktuelle Herausforderungen in der internationalen Politik zur Sprache, wobei der ehemalige Außenpolitiker auch eine kurze Einordnung zu den Hintergründen des aktuellen Iran-Konflikts vornehmen konnte. Passend zum Titel seines Buches „Tu was!“ forderte der Autor die Schülerinnen und Schüler zum aktiven Eintreten für die Demokratie auf und warnte vor Gleichgültigkeit. Als Anhänger des SC Preußen Münster bediente er sich dabei auch einer Fußball-Metapher: „Demokratie ist kein Zuschauersport. In einer Demokratie müssen alle aufs Spielfeld.“ Dazu zähle nicht nur die Mitgliedschaft in Parteien oder die Teilnahme an Wahlen, sondern auch die Beteiligung an Diskussionen oder die Mitbestimmung und Mitgestaltung im eigenen Umfeld – beispielsweise in der Schule: „Demokratie fängt nicht im Bundestag an, sondern im menschlichen Miteinander.“



