Kommunale Familie stößt an ihre finanzielle Belastungsgrenze
Städte und Gemeinden fordern eine nachhaltige Finanzierung
KREIS BORKEN | pd | Der Kreis Borken und seine 17 kreisangehörigen Städte und Gemeinden blicken mit großer Sorge auf die sich weiter verschärfende Finanzlage der kommunalen Familie. Im Rahmen des bundesweiten Aktionstages „Kommunen am Limit“ am heutigen Montag (22.06.2026) appellieren sie nun gemeinsam an Bund und Land, die strukturelle Unterfinanzierung der Kommunen zu beseitigen und die Handlungsfähigkeit vor Ort dauerhaft zu sichern.
„Die kommunale Familie stößt derzeit an ihre Belastungsgrenze. Immer mehr Aufgaben werden von Bund und Land auf die Kommunen übertragen – und das ohne kommunale Steuerungsmöglichkeiten sowie eine vollständige Kostenerstattung. Wenn unsere chronische Unterfinanzierung nicht aufgelöst wird, droht den Kommunen der Kollaps“, erklärt Landrat Dr. Kai Zwicker.
Bereits heute müssen immer größere Teile der kommunalen Haushalte für gesetzlich vorgeschriebene Aufgaben eingesetzt werden – Tendenz steigend. So bleiben für notwendige Investitionen in Schulen, Kindertagesstätten, Straßen oder Spielplätze sowie freiwillige Leistungen immer weniger Spielräume.
„Wir wollen unsere Städte und Gemeinden im Kreis Borken stetig weiterentwickeln, zukunftsfähig machen und so für unsere Bürgerinnen und Bürger attraktive Lebensbedingungen schaffen. Aufgrund der zunehmenden finanziellen Belastungen werden wir stattdessen immer häufiger dazu gezwungen, uns auf das Notwendigste zu beschränken“, betont Mechtild Schulze Hessing, Bürgermeisterin der Stadt Borken sowie Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie Beigeordneten im Kreis Borken.
Vor dem Hintergrund der zunehmenden Aufgabenlast und stetig steigender Kosten – insbesondere bei den Sozialleistungen – fordern der Kreis Borken und die kreisangehörigen Kommunen:
• eine spürbare Entlastung bei den stetig steigenden Sozialausgaben,
• eine gerechtere Verteilung der staatlichen Einnahmen zwischen Bund, Ländern und Kommunen sowie
• die konsequente Anwendung des Prinzips „Wer bestellt, bezahlt“.
„Die schlechte Haushaltslage der Kommunen ist längst im Alltag der Menschen angekommen. Deshalb erwarten wir von Bund und Land jetzt entschlossenes Handeln“, erklären Landrat Dr. Zwicker und Bürgermeisterin Schulze Hessing.
Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung des Kreises Borken und der kreisangehörigen Kommunen



