Stadt Borken und Imkerverein Borken-Heiden rufen zur Meldung der Asiatischen Hornisse auf
Seit drei Jahren steigt die Zahl der nachgewiesenen Nester auch in Borken und Umgebung an
BORKEN | pd | Die Stadt Borken engagiert sich für mehr Natur in der Stadt und nimmt seit Anfang dieses Jahres an dem Label-Verfahren „StadtGrün naturnah“ teil. Im Rahmen einer Sitzung der begleitenden Arbeitsgruppe wurde gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des NABU Borken, des Natur- und Vogelschutzvereins Borken, des Imkervereins Borken-Heiden sowie weiteren Akteurinnen und Akteuren über das zunehmende Auftreten der Asiatischen Hornisse im Stadtgebiet beraten. Seit drei Jahren steigt die Zahl der nachgewiesenen Nester auch in Borken und Umgebung an. Gemeinsam rufen die Stadt Borken und der Imkerverein Borken-Heiden die Bevölkerung dazu auf, Sichtungen von Nestern der invasiven Art zu melden.
Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) breitet sich seit einigen Jahren in Deutschland und Europa aus und stellt insbesondere für Honigbienen und andere heimische Insekten eine Herausforderung dar. Jedes Hornissenvolk vertilgt jährlich durchschnittlich rund elf Kilogramm Insektenmasse aus mehr als 1.400 verschiedenen Arten. Zu ihrer bevorzugten Beute gehören Honigbienen, die einen unverzichtbaren Beitrag zur Bestäubung zahlreicher Nutz- und Wildpflanzen leisten und damit von großer Bedeutung für Natur und Landwirtschaft sind. Die Asiatische Hornisse erbeutet die Bienen direkt vor den Bienenstöcken im Flug. Dadurch können Bienenvölker erheblich geschwächt oder sogar vernichtet werden. Auch Wildbienen, Hummeln, Wespen und Fliegen gehören zu ihrem Beutespektrum. Dies beeinträchtigt die biologische Vielfalt.
Für Menschen stellt die Asiatische Hornisse als Einzeltier keine größere Gefahr dar als heimische Wespen- oder Hornissenarten. Wie bei allen stechenden Insekten können Stiche jedoch insbesondere für Allergikerinnen und Allergiker gesundheitliche Risiken bergen. In unmittelbarer Nestnähe verteidigen die Hornissen ihr Nest jedoch aggressiv. Dabei können sie zur Gefahr werden.
Die Asiatische Hornisse ist etwas kleiner und schlanker als die heimische Europäische Hornisse. Charakteristisch ist ihr überwiegend dunkler Körper, die auffällig gelben Beinenden sowie orangefarbene Binden am Hinterleib. Die Tiere werden etwa 1,5 bis 3 Zentimeter groß. Da Verwechslungen mit anderen Insekten, wie der heimischen Europäischen Hornisse, möglich sind, sollten Sichtungen möglichst mit einem Foto dokumentiert werden. Nur so kann eine eindeutige Unterscheidung zur streng geschützten Europäischen Hornisse und anderen Insekten erfolgen.
Im Frühjahr errichtet die Königin zunächst kleine Primärnester, die häufig in Hecken, Sträuchern, Gartenhütten, Gartenmöbeln, Spielhäusern, Vogelnistkästen, Mauerritzen oder unter Dachvorsprüngen zu finden sind. Diese Nester sind zunächst klein und beherbergen nur wenige Tiere. Wird die Königin bei einer Beseitigung nicht erfasst, errichtet sie häufig in unmittelbarer Nähe ein neues Nest.
Ab Mitte Juli ziehen schätzungsweise rund 70 Prozent der Völker in sogenannte Sekundärnester um, die meist hoch in Baumkronen oder an Gebäuden in Höhen zwischen etwa zehn bis 35 Metern angelegt werden. Sie können einen Durchmesser von bis zu 80 Zentimetern und eine Höhe von rund einem Meter erreichen sowie bis zu 4.000 Hornissen beherbergen. Da diese Nester häufig durch dichtes Laub verdeckt werden, bleiben sie oftmals bis zum Herbst unentdeckt.
Von Februar bis Mitte Juni sind Meldungen einzelner Tiere sowie verdächtiger Nester besonders hilfreich. Ab Ende Juni verlässt die Königin ihr Nest nicht mehr. Deshalb sind dann vor allem Meldungen verdächtiger Nester wichtig. Nur wenn Nester frühzeitig entdeckt und gemeldet werden, kann ihre weitere Ausbreitung möglichst eingedämmt werden. Zudem ist die Entfernung der Nester in dieser Zeit kostengünstiger, da sie sich noch nicht in den Baumkronen befinden.
Wer ein Nest der Asiatischen Hornisse entdeckt, wird gebeten, den Fund möglichst mit einem Foto sowie einer möglichst genauen Ortsangabe an den Imkerverein Borken-Heiden zu melden. Auf der Internetseite des Imkervereins unter www.imkerverein-borken-heiden.de steht hierfür ein Kontaktformular zur Verfügung.
Die Stadt Borken und der Imkerverein Borken-Heiden bitten darum, beim Auffinden eines Nestes einen Sicherheitsabstand von mindestens drei bis vier Metern einzuhalten. Erschütterungen und Vibrationen in Nestnähe sollten vermieden werden. Von einem eigenständigen Entfernen oder Beschädigen der Nester ist unbedingt abzusehen. Die Beseitigung erfolgt ausschließlich durch geschulte Fachkräfte in Spezialkleidung.







