Mittelalterliche Stadttürme in Borken zum Denkmal des Monats August erklärt
Türme sind bauliche Zeugnisse von regionalgeschichtlicher Bedeutung für das Münsterland
BORKEN | pd | Die Stadt Borken feiert ihr 800-jähriges Stadtjubiläum und saniert aus diesem Anlass die fünf erhaltenen mittelalterlichen Stadttürme. Die Türme und Mauerfragmente der einst mächtigen Stadtmauer zeugen von der damaligen Wehrhaftigkeit Borkens und sind die historischen Wahrzeichen der Stadt. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) würdigt die Türme als Denkmal des Monats August.
Der Bau der Stadtbefestigung Borkens begann Ende des 14. Jahrhunderts. Von den ehemals acht Rundtürmen sind heute noch fünf erhalten: der Diebesturm, der Kuhmturm, der Wedemhoveturm, der Windmühlenturm und der Holkensturm. Sie markieren den Verlauf der ehemaligen Stadtmauer. „Die Stadttürme unterscheiden sich in ihrer äußeren Gestalt und weisen unterschiedliche Breiten, Höhen, Dachabschlüsse und Anbauten auf“, erklärt LWL-Denkmalpflegerin Dr. Raphaela Wegers. „Allen gemeinsam ist die einheitliche Materialität ihres Außenmauerwerks aus rotem Backstein. Bei genauem Hinsehen ist ein charakteristisches Rautenmuster aus blau gebrannten und glasierten Ziegelsteinen zu erkennen.“
In den 1970er- und 1980er-Jahren wurden die gegen Kriegsende bombardierten Türme nach den damaligen Maßstäben instandgesetzt. Dabei verlor der Holkensturm seine prächtige gotische Dachkonstruktion in Form eines Kreuzdachs mit vier Giebeln. Zeitgleich wurde der Diebesturm umfangreich wieder aufgebaut.
„Für die Neugestaltung der Stadttürme wurden unterschiedliche Nutzungs- und Umnutzungskonzepte realisiert“, sagt Denkmalpflegerin Wegers. „Der Wedemhoveturm wird derzeit mit Fördermitteln des Landes Nordrhein-Westfalen saniert. Seit den 1980er-Jahren ist dieser Turm das Begegnungszentrum des Natur- und Vogelschutzvereins und ermöglicht dem Verein die Falkensichtung im Frühjahr, ein lokales Highlight.“
Am Diebesturm konzentrierten sich die Arbeiten auf brandschutztechnische Ertüchtigungen. Um die seit 1990 bestehende Nutzung als Trauzimmer fortführen zu können, mussten zwei Fenster als Fluchtweg geringfügig verbreitert werden.
„Am Holkensturm wurden minimalinvasive Eingriffe in die Bausubstanz vorgenommen“, so Wegers. „Die Räume wurden im Hinblick auf ihre Umnutzung als Veranstaltungsort für Ausstellungen und Lesungen nach einem Inneneinrichtungskonzept modernisiert.“
Der Windmühlenturm befindet sich in Privatbesitz. Um die Historie des Turms dennoch vermitteln zu können, ließ die Stadt Borken ein barrierefrei zugängliches Drahtgestell mit Informationselementen errichten.
Im Erdgeschoss des Kuhmturms erklärt heute eine ohne Eingriffe in die Bausubstanz installierte Hörstation auf Abfrage die Stadtgeschichte.
LWL-Denkmalpflegerin Wegers: „Die mittelalterlichen Stadttürme von Borken sind als bauliche Zeugnisse von regionalgeschichtlicher Bedeutung für das Münsterland. Es ist schön, dass die Türme als Wahrzeichen der Turmstadt Borken nun denkmalgerecht saniert werden und so die Stadtgeschichte für die Menschen erlebbar machen.“
Weitere Fotos der Borkener Türme finden Sie auf der Webseite des LWL
Quelle: Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe





