Waldbrandgefahr bleibt trotz aktuell sinkender Temperaturen extrem hoch
Umsichtiges Verhalten ist entscheidend
KREIS BORKEN / NRW | bd | Aktuell sinkende Außentemperaturen sorgen derzeit vielerorts nach der langen Hitzeperiode für spürbare Abkühlung. Doch mit den Temperaturen sinkt nicht automatisch auch die Wald- und Vegetationsbrandgefahr. Nach längeren Trockenperioden sind Waldböden, Grasflächen, Laub und abgestorbene Pflanzenteile weiterhin sehr trocken. Schon ein kleiner Funke oder eine unbeaufsichtigte Glut kann ausreichen, um einen Brand auszulösen.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) bewertet die meteorologische Waldbrandgefahr mit dem Waldbrandgefahrenindex in fünf Stufen – von „sehr geringe Gefahr“ bis „sehr hohe Gefahr“. Dabei spielen neben der Temperatur unter anderem Niederschlag, Luftfeuchtigkeit und Wind eine Rolle.
Auch im Kreis Borken sowie im gesamten Land NRW bleibt die Situation angespannt. Das Land weist ausdrücklich darauf hin, dass die meisten Waldbrände durch menschliches Fehlverhalten verursacht werden. Deshalb sind Rauchen, Grillen und offenes Feuer im Wald grundsätzlich verboten. Fahrzeuge sollten ausschließlich auf befestigten Flächen abgestellt werden, denn heiße Fahrzeugteile wie Katalysatoren können trockenes Gras entzünden.
Diese Regeln sollten jetzt besonders beachtet werden
Wer sich im Wald oder in der freien Natur aufhält, kann mit einfachen Maßnahmen dazu beitragen, Brände zu verhindern:
- Im Wald nicht rauchen und niemals Zigaretten oder andere glimmende Gegenstände wegwerfen.
- Kein offenes Feuer im Wald oder in unmittelbarer Nähe des Waldes entzünden.
- Nicht im Wald grillen, sofern dies nicht ausdrücklich an dafür vorgesehenen und freigegebenen Stellen erlaubt ist.
- Auch Campingkocher und ähnliche Feuerquellen sollten bei erhöhter Brandgefahr nicht verwendet werden.
- Autos nur auf befestigten und ausgewiesenen Flächen parken – niemals auf trockenem Gras oder auf leicht entzündbarer Vegetation.
- Wald- und Rettungswege freihalten, damit Feuerwehr und Rettungsdienste im Notfall schnell an den Einsatzort gelangen können.
- Aktuelle Warnungen und örtliche Verbote beachten. Je nach Kommune und Gefahrenlage können zusätzliche Einschränkungen gelten. Gerade beim Grillen auf öffentlichen Grünflächen unterscheiden sich die Regelungen regional.
Rauch oder Feuer entdeckt? Sofort handeln
Wer im Wald oder auf trockenen Wiesen Rauchentwicklung, Brandgeruch oder ein Feuer bemerkt, sollte nicht abwarten. Sofort die Feuerwehr über den Notruf 112 verständigen. Eine möglichst genaue Ortsangabe hilft den Einsatzkräften, den Brand schnell zu finden. Orientierung bieten beispielsweise Rettungstreffpunkte, Wege, Parkplätze, Wegweiser oder markante Landschaftspunkte.
Ein Entstehungsbrand sollte nur dann selbst bekämpft werden, wenn dies ohne Eigengefährdung möglich ist. Die eigene Sicherheit hat immer Vorrang.
Die derzeitige Abkühlung ist deshalb kein Grund, die Brandgefahr zu unterschätzen. Erst ausreichender und flächendeckender Niederschlag kann die Trockenheit nachhaltig entschärfen. Bis dahin gilt: Feuer vermeiden, Verbote beachten und aufmerksam bleiben. Denn aus einem kleinen Funken kann sich bei trockener Vegetation innerhalb kürzester Zeit ein gefährlicher Brand entwickeln.






