„Miniaturwelt – Burlo vor 100 Jahren“ – liebevoll von Heimatfreunden nachgebaut
Offiziell wird das Modell zum Erntedankfest im Burloer Heimathaus vorgestellt
BURLO | bd | Aus der ursprünglichen Idee des Burloer Heimatfreundes Hans-Georg Wilkes, den ehemaligen Burloer Bahnhof als maßstabsgerechtes Modell nachzubauen, wurde schnell ein größeres und am Ende beeindruckendes Projekt. Entstanden ist in unzähligen Bastelstunden der Ort Burlo vor 100 Jahren als Miniaturwelt. Das Ergebnis der fast zweijährigen Arbeit von der ersten Skizze bis zur Fertigstellung soll nun am kommenden Sonntag zum Erntedankfest der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Burlo-Direkt-Redakteur Michael H. Schmitt hatte vorab bereits Gelegenheit, die Anlage zu entdecken.
Burlo 1925/26 – Von der Skizze zur Miniaturwelt
Die Mitglieder des Heimatvereins Burlo-Borkenwirthe, Hans-Georg Wilkes, Johannes Watermeyer, Wilhelm Keiten-Schmitz und Ludwig Delsing rekonstruierten den Burloer Ortskern vom Kloster Mariengarden bis zum alten Bahnhof an der Lagerstraße in unzähligen Bastelstunden. Dazu wurden zunächst anhand von alten Fotos, Erinnerungen und vielen Ortsbegehungen detaillierte Pläne erstellt, die das Burloer Ortsbild samt aufstehender Gebäude vor 100 Jahren widerspiegelten. Anhand dieser Pläne begann dann der Bau der Miniaturen, die Zug um Zug im Maßstab 1:160 auf einer 3,50 x 1,50 Meter großen Platte in Szene gesetzt wurden.
Eindrücke




Straßen- und Bachläufe, die Gleise der ehemaligen Bahnlinie sowie Feld-, Wald- und Wiesengrundstücke wurden naturgetreu nachgebildet. Allein die Anzahl der gebastelten und in die Miniaturlandschaft eingebetteten Bäume ist schon erstaunlich. „Insgesamt hat Wilhelm Keiten-Schmitz rund 1.000 Bäume aus Kabeln, Leim und Bastelmoos hergestellt, die dann letztlich in die Landschaft eingefügt wurden“, beschreibt Hans-Georg Wilkes einen kleinen Teil des bemerkenswerten Aufwands, mit dem die Ortschaft nachgebaut wurde.

Tatsächlich sind in allen Einzelheiten die Marienkirche mit Klostergebäuden und der ehemaligen Klosterpforte sehr gut zu erkennen. Auch das Ehrenmal, das vor einhundert Jahren noch an einem anderen Standort platziert war als das heutige Denkmal, ist gut zu erkennen. Viele ursprüngliche Gebäude, heute längst dem Bagger und Neubauten zum Opfer gefallen, wurden integriert und können von den Betrachtern entdeckt werden.

Bahnhof Burlo mit Zollgebäuden sind bereits seit vielen Jahren Geschichte
Der alte Bahnhof an der heutigen AgriV nebst dem heute noch bestehenden Gasthaus Reemann wurden detailliert nachgebaut und geben Aufschluss darüber, wie es vor 100 Jahren an der Lagerstraße ausgesehen hat. Auch, dass entlang der Borkener Straße Bahngleise gelegen haben, die zum Transport von abgebautem Torf im Venn in Richtung Bahnhof Burlo führten, ist heute den wenigsten Einwohnern noch bekannt. Nichts erinnert heute noch an diese einst bedeutsame Infrastruktur, die Geld in die Gemeindekasse spülte und vielen Burloer Bürgern Lohn und Arbeitsplätze bescherte.
Neben der Miniaturwelt gibt es ein Erntedank-Rahmenprogramm für die ganze Familie
„Die Besucher, die am kommenden Sonntag unser Erntedankfest besuchen, können sich gerne die Miniaturwelt anschauen. Gerne stehen die Erbauer und Mitglieder des Heimatvereins zur Beantwortung von Fragen der Gäste zur Verfügung“, freut sich Christoph Vornholt als Vorsitzender des Heimatvereins auf die offizielle Präsentation. Bei dieser Gelegenheit haben die Besucher*innen auch Gelegenheit, ein eigens zur Miniaturwelt erstelltes Puzzle zu erwerben. In einer Auflage von 50 Exemplaren wird das aus 100 Teilen bestehende Produkt im Heimathaus zum Kauf angeboten. Der Erlös aus dem Verkauf (Preis: 13,50 € pro Exemplar) kommt dem Heimatverein zugute.

Traditionell wird am Sonntag, den 27.09.2026, in der Zeit von 11 bis 18 Uhr ein Programm für Jung und Alt rund um den Erntedank-Kranz angeboten. Wie Vornholt mitteilt, gibt es neben der musikalischen Begleitung durch die Jugendabteilung der Musikkapelle Burlo eine Hüpfburg für die jüngsten Gäste. Mit Speisen und Getränken sowie der Möglichkeit, frisch gebackenes Brot aus dem Steinbackofen zu erwerben, bieten die Ehrenamtlichen erneut ein Rahmenprogramm für die ganze Familie.



