Elfriede Heitkamp aus Rhede überzeugt die Jury beim Tag des Platt
Erfolgreiche Premiere des Riek-Beskers-Dialekt-Schreibwettbewerbs
KREIS BORKEN | pd | Rund einhundert Gäste fanden sich am Samstag, 31. Oktober 2026, zum 59. „Tag des Platt / Dialectdag“ in Lichtenvoorde ein. Erstmals hatte die Stiftung Kulturrelle Grenzkontakte Achterhoek-Westmünsterland als Veranstalterin auch den Riek-Beskers-Dialekt-Schreibwettbewerb ausgerufen. Motto des Wettbewerbs: „Ein guter Nachbar ist besser als ein entfernter Freund“. Elfriede Heitkamp erhielt den Jurypreis, der Publikumspreis ging an Eric Schokking. Der Tag des Platt / Dialectdag wurde im Rahmen des Interreg-Programms Deutschland-Nederland mit seinen Programmpartnern umgesetzt und von der Europäischen Union (EU) kofinanziert.
Jurypreis – „De nije Noaberse“
Elfriede Heitkamp aus Rhede-Krechting überzeugte die fünfköpfige Jury mit ihrer Geschichte „De nije Noaberse“, zu Deutsch „Die neue Nachbarin“. Laut Jurybegründung war es ihr gelungen, in ein zufälliges Gespräch auf einer kleinen Bank zwischen zwei neuen Nachbarinnen einzutauchen: der älteren Witwe Mathilde und der jungen alleinerziehenden Mutter Miriam mit ihrem Baby – dem Beginn einer guten Nachbarschaft. So entsteht aus einer zufälligen Begegnung eine Verbindung, die für beide Frauen wertvoll ist.
Preisverleihung – mit Urkunde und Geschenk
Diana Abbink vom Dialectkring Achterhook en Liemers nahm die Preisverleihung gemeinsam mit Antonius Böing von der Arbeitsgemeischaft Achterhoek-Westmünsterland vor. Sie erläuterte: „Nachbarschaft zwischen zwei Menschen – ist das nicht die Grundlage für eine friedlichere Welt? Die Stärke dieser Geschichte liegt in ihrer Einfachheit.“ Neben einer Urkunde erhielt die Preisträgerin Elfriede Heitkamp auch einen Teller, den Riek Beskers, die Namensträgerin des Wettbewerbs, vor 45 Jahren selbst als ersten Preis in einem Schreibwettbewerb entgegennahm.

Publikumspreis – aus 18 Geschichten gewählt
Von 75 eingereichten Geschichten und Gedichten (30 aus Deutschland und 45 aus den Niederlanden) wurden 18 Beiträge ausgewählt. Diese trugen die Nominierten in der Kirche Johanneskerk in Lichtenvoorde selbst vor. Im Anschluss konnten die Gäste abstimmen. Den Publikumspreis gewann der niederländische Schriftsteller Eric Schokking aus Lichtenvoorde mit seiner Geschichte „De naober van wieter weg“, was so viel heißt wie „Der Nachbar von weiter weg“. Im Anschluss erkundeten rund 40 Tagungsteilnehmer mit zwei ortkundigen Gästeführern den Ort Lichtenvoorde.
Über die Namensgeberin des Wettbewerbs
Riek Beskers war Mitbegründerin der AG Achterhoek. Sie lebte von 1930 bis 2021 und kam aus Winterswijk. Sie veröffentlichte zahlreiche Erzählungen in der Mundart ihrer Heimat und engagierte sich viele Jahre für die grenzüberschreitende Kulturarbeit. Der Einsatz für Sprache, Kultur und gute Nachbarschaft zwischen den Niederlanden und Deutschland war ihr immer ein Herzensanliegen.
Arbeitsgemeinschaft Achterhoek-Westmünsterland
Die AG Achterhoek, bei der die Geschäftsstelle der Kreisheimatpflege Mitglied ist, richtet jedes Jahr den Tag des Platt aus – in diesem Jahr erstmals mit dem Mundart-Wettbewerb. Die Arbeitsgemeinschaft Achterhoek-Westmünsterland setzt sich seit mehr als sechs Jahrzehnten für den kulturellen Austausch ein. Mit Veranstaltungen wie dem Tag des Platt / Dialectdag, dem Mitwinterabend sowie dem Dialektfestival „Grenze(n)loos Plat(t)!“ fördert sie den Erhalt der regionalen Mundarten und stärkt die Begegnung zwischen den Menschen beiderseits der Grenze. Unterstützt wird der Schreibwettbewerb durch die Kreisheimatpflege Borken sowie den Dialectkring Achterhook en Liemers.
Quelle: Kreis Borken







