Ausgedient – Digitalisierung verdrängt nach über fünfzig Jahren den „Klassenbuchwagen“
Möbelstück zur Aufbewahrung der Klassenbücher ist im Gymnasium Mariengarden nun Geschichte
BURLO | pd | Im Archiv der Schule steht seit einigen Tagen unscheinbar ein Möbelstück, dass sicher über 50 Jahre hinweg viel gesehen hat: Tag für Tag stand der Rollschrank mit den Klassenbüchern unauffällig auf dem Flur vor dem Schulsekretariat. Morgens holten die verantwortlichen Schüler der Klassen 5 – 10 die grünen Bücher von dort ab, um sie nach dem Ende des Unterrichts wieder an gleicher Stelle bis zum nächsten Schultag „einzuparken“.
Dies war über die Jahrzehnte nicht unbedingt eine beliebte Aufgabe, aber am Ende fand sie zumindest lobend Erwähnung in den Zeugnissen der Schülerinnen und Schüler. Das „analoge Klassenbuch“ sowie den Klassenbuchführer samt Stellvertreter gibt es seit Beginn des neuen Schuljahres nun nicht mehr. Auch an dieser Stelle wurde das „Altbewährte“ im Zuge der allerorten fortschreitenden Digitalisierung abgelöst. Die Software für den Stundenplan wurde zwischenzeitlich erweitert und im 2. Halbjahr des vergangenen Schuljahres erfolgreich erprobt.
Jetzt führen die Lehrerinnen und Lehrer ihre Dokumentation des Unterrichts in Klassenbüchern und Kursheften ausschließlich digital. Meistens über das dienstliche iPad, den Vertretungsplan des kommenden Tages kann man aber auch auf dem Handy betrachten, auf dem man automatisch benachrichtigt wird, wenn sich der Unterricht verändert. Umfangreichere Administrationen können auch am Laptop erledigt werden.
Der Klassenbuchwagen aber ist, wie die grüne Kreidetafel mit Schwamm, nun eine analoge Erinnerung.
Quelle: Gymnasium Mariengarden





